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Winterbehandlung

Ergebnis der Windeldiagnose
Ergebnis der Windeldiagnose

Im Winter steht die Restentmilbung der Bienen an.

Rund 3 Wochen nach dem ersten Frost sind die Völker in aller Regel frei von Brut. Dann herrschen optimale Bedingungen für eine erfolgreiche Behandlung. Brutfreiheit lässt sich über die Windel per Diagnose überprüfen. Dazu muss der Stock nicht geöffnet werden.

Die nötigen Utensilien: Oxalsäure, Zucker und Spritze
Die nötigen Utensilien: Oxalsäure, Zucker und Spritze

Die Winterbehandlung wird in aller Regel mit Oxalsäure (ad.us.vet.) durchgeführt, vorher mit Zucker angerührt und anschließend lauwarm mittels Spritze in die Wabengassen geträufelt.

Am letzten Wochenende herrschten mit rund null Grad gute Bedingungen. Bei kalten Temperaturen sitzen die Bienen garantiert dicht in der Wintertraube, und die Oxalsäurelösung wird gut von Biene zu Biene verteilt. Die Milbe stirbt bei Kontakt mit der Lösung und fällt von der Biene ab.

6 von 9 Völkern habe ich auf diese Weise behandelt. Bei zweien habe ich ganz bewusst auf die Behandlung verzichtet, da sie innerhalb einer Woche keine einzige Milbe verloren haben. Das ist ein kleines Experiment. Mal sehen, wie es im Frühjahr aussieht.

 

Das letzte Volk, welches mit Waldhonig problematisches Futter im Stock hat, habe ich ein paar Tage später bei milden 6 Grad mit Milchsäure behandelt. Dazu zieht man die besetzten Waben und sprüht die Lösung auf die Bienen. Auch sie waren brutfrei. Stark Mineralhaltiges Futter, wie der Honigtau, in Kombination mit der Oxalsäurebehandlung, kann den Bienen auf den Magen schlagen. Sprich, sie bekommen Durchfall. Im Winter natürlich zur Unzeit, denn sie können aufgrund der Kälte nicht ausfliegen. In der Folge wird der Stock vollgekotet und das Volk wird krank. Viele schaffen es dann nicht mehr bis zum Frühjahr.

Eines der kleinen Biester. Varroa destructor.
Eines der kleinen Biester. Varroa destructor.

Die Oxalsäure gehört zu den organischen Säuren, ebenso wie Milchsäure und Ameisensäure. Alle drei sind in der biologischen Imkerei zugelassen, da sie keine Rückstände hinterlassen. Trotzdem wächst in Imkerkreisen die Kritik an diesen Mitteln. So ist die Ameisensäure sehr strapaziös für die Bienen; mitunter kommt es zu Königinnenverlusten. Oxalsäure kann die oben beschriebenen „Magenverstimmungen“ verursachen.

 

Die Imker suchen nach neuen Wegen, denn auch nach rund 40 Jahren mit Varroa gibt es immer noch kein Patentrezept. Man wird das kleine Biest einfach nicht los.

 

In der kommenden Saison werde ich erstmals biotechnische Maßnahmen probieren, also die totale Brutentnahme mit Fangwabenverfahren, sowie das Bannwabenverfahren. Und natürlich schwärmen lassen, wo immer es geht. Ich werde berichten.