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Aktivistin!

Die "letzte Biene" wird zu Grabe getragen.
Die "letzte Biene" wird zu Grabe getragen.

Ende Januar, Mittwochmorgen 09:30 Uhr in Leverkusen, an einer Bushaltestelle nahe des Bayerwerkes. Es gibt gemütlichere Orte. Trotzdem habe ich mir einen halben Tag Urlaub genommen und mich bei Wind und Schmuddelwetter in die Bayer-Stadt gequält. Denn es gibt was zu sagen!

Die "Hochzeit" von Bayer und Monsanto ist weltweit Thema. Welche Auswirkungen sie für Mensch und Natur rund um den Globus haben wird, kann man heiß diskutieren. Mit dem Rückgang der Artenvielfalt werden mittel- bis langfristig auch unsere Bienen verschwinden. Kürzlich habe ich eine Einschätzung gelesen, die davon ausgeht, dass in rund 10 Jahren die wildlebenden Bestäuber alle verschwunden sein werden. Das lässt mich richtig schaudern. Unsere Honigbienen werden länger aushalten, aufgrund der Fürsorge durch die Imker. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch sie nicht mehr summen, wenn nicht unmittelbar die Agrarwende kommt.

Die Monsantobraut mit Glypho-Satan
Die Monsantobraut mit Glypho-Satan

Zusammen mit der Coordination gegen Bayer-Gefahren (CBG), mit Attac und den Linken hat die  HonigConnection die heutige Demonstration in Leverkusen auf die Beine gestellt. Anlass ist die Hauptaktionärsversammlung von Monsanto in den USA, die am selben Tag stattfindet. Die HonigConnection ist eine noch junge Umweltbildungsinitiative des Kölner Imkervereins, welche den Kampf gegen das Insektensterben aufgenommen hat. Dies ist ihre erste Demonstration, gegen niemand Geringeres als Global Player Bayer/Monsanto. 

Pressesprecher Hans-Bernd Schmitz möchte die toten Bienen nicht annehmen.
Pressesprecher Hans-Bernd Schmitz möchte die toten Bienen nicht annehmen.

Unser bunter Trupp wird angeführt von der "Monsanto-Braut", fest angekettet an den "Glypho-Satan". Will sagen: Uns gibt´s nur im Doppelpack.  Ihnen folgen die Imker, welche die symbolisch letzte Biene auf einer Bahre über das Bayer-Gelände tragen, begleitet von Polizei und Werksschutz. Diverse Mitgiften der Braut bringen die Demonstranten auch noch mit, wie etwa tote Bienen. Vor dem Verwaltungsgebäude tragen wir die letzte Biene dann zu Grabe, die Mitgiften werden von Bayer-Pressesprecher Hans-Bernd Schmitz leider verschmäht. Trotzdem entkommt er unseren Vorwürfen nicht, die auch noch anhalten werden, denn im Mai gehen die Proteste weiter, bei der Bayer-Aktionärsversammlung in Bonn.

Wir sehen uns, Bayer!