· 

Bienenkorb, Teil 1

Flugloch am Bienenkorb
Flugloch am Bienenkorb

Im November letzten Jahres bin ich über die Warteliste noch mit reingerutscht, in das Korbflechtseminar des Bieneninstituts in Mayen. Manch einer wird sich wundern (ich auch), dass ein Bieneninstitut sich mit solch altmodischen Themen wie dem Flechten von Bienenkörben abgibt, arbeitet doch heute der Großteil der Imkerschaft in Magazinen. In Norddeutschland wird die Korbimkerei jedoch noch rege praktiziert, neben einigen Liebhabern. Und unter den Hobby-Öko-Imkern erfährt die Korbimkerei gerade ein Revival. Ist es doch eine sehr entspannte Art der Bienenhaltung, sowohl für den Imker, als auch für seine Immen. Der Imker muss sich nicht mehr mit schweren Zargen abmühen, und die Bienen dürfen ihr Wabenwerk so errichten, wie sie es für richtig halten.

Man beginnt mit dem Dach des Korbes.
Man beginnt mit dem Dach des Korbes.

Im Tagesseminar haben wir mit ungespritztem Einkornstroh gearbeitet. Einkorn gehört zu den alten Getreidesorten wie Emmer oder Dinkel und  stammt vom wilden Weizen ab. Als "Nähgarn" diente Flechtrohr; ganz traditionell wird mit gespaltenen Weiden- oder Brombeerruten gearbeitet. So öko war es in Mayen dann aber doch nicht.

Die Korbflechterin von Mayen ;-)
Die Korbflechterin von Mayen ;-)

Dies war mein erster Kontakt mit Bienenkörben, und für meine Hände auch. Nach einigen Stunden des Knüpfens und Flechtens haben sie dann gestreikt. Wer anfällig ist für Sehnenscheidenentzündung, sollte es langsam angehen lassen. Ich habe dann in den nächsten Wochen immer hier und da für ca. 1,5 Stunden am Korb gearbeitet, das ging recht gut.

Am besten sollte man draußen flechten, denn das Material  staubt schon recht stark. Für die Lagerung des Strohs sollte ein Platz gewählt werden, der Kontakt zu den Wetterbedingungen draußen zulässt. Also eine Scheune oder überdachte Terrasse. Denn bei Innenlagerung verliert das Stroh Feuchtigkeit und somit seine Elastizität.

Bei den Hobbits.
Bei den Hobbits.

Und fertig ist er, mein erster Bienenkorb. Sieht eher noch aus wie eine Hobbitburg, aber ich bin trotzdem stolz wie Oskar. Das Flugloch werde ich nachträglich noch einarbeiten, da ich mir mit seiner Höhe noch unschlüssig bin.

Die Körbe erhalten zum Schluss noch einen Außenanstrich aus Kuhdung, die sogenannte "Maibutter". Da habe ich schon Kontakt zu einem Demeterbauern aus der Region. Als Standort brauchen die Bienenkörbe außerdem einen regengeschützten Ort. Den habe ich leider nicht. Als Alternative überlege ich, den Korb in eine Dadantbeute zu stellen, mit umgebautem und  geschlossenem Boden. Dazu werde ich noch berichten.